{"id":2192,"date":"2018-07-01T08:51:33","date_gmt":"2018-07-01T08:51:33","guid":{"rendered":"https:\/\/dev.i24.cc\/seabert\/aktuelles-zum-thema-brustkrebsfrueherkennung\/"},"modified":"2025-03-26T15:39:44","modified_gmt":"2025-03-26T15:39:44","slug":"aktuelles-zum-thema-brustkrebsfrueherkennung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.dr-seabert.de\/en\/aktuelles-zum-thema-brustkrebsfrueherkennung\/","title":{"rendered":"Aktuelles zum Thema Brustkrebsfr\u00fcherkennung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Aktuelles zum Thema Brustkrebsfr\u00fcherkennung<\/strong><\/p>\n<p><strong>Reicht das Mammographie-Screening oder sollte es erg\u00e4nzt werden?<\/strong><\/p>\n<p>Im Juni fand in Berlin eine Bundespressekonferenz \u00fcber die Brustdiagnostik statt, die ein gro\u00dfes Medienecho zur Folge hatte. Aber die Flut von teilweise widerspr\u00fcchlichen Informationen verursachte in der Bev\u00f6lkerung einige Verunsicherungen.<\/p>\n<p>Wiesbaden ist eine der Modellregionen, in denen das Mammographie- Screening vor ca. 15 Jahren eingef\u00fchrt wurde. Dabei werden Frauen vom 50. Bis 69. Lebensjahr alle 2 Jahre zu einer R\u00f6ntgenuntersuchung der Brust eingeladen. Ziel ist eine fr\u00fchzeitige Entdeckung von b\u00f6sartigen Brusttumoren, um hierdurch die Heilungschancen zu verbessern. Das Projekt zeigt positive Ergebnisse, aber es gibt auch Probleme, weshalb immer wieder kritische Diskussionen aufkommen.<\/p>\n<p>Bei der Mammographie wird die Brust durchleuchtet. Die Untersuchung zeigt umso mehr Details, je h\u00f6her der Anteil an Fettgewebe in der Brust ist. Dichtes Brustgewebe, das \u00fcberwiegend bei jungen Frauen auftritt, ist schwierig zu durchleuchten. Deshalb wird bei jungen Frauen die Mammographie zur Fr\u00fcherkennung auch nicht empfohlen. Dichtes Brustgewebe tritt aber je nach Veranlagung auch bei \u00e4lteren Frauen oder durch langj\u00e4hrige Einnahme von Hormonen auf. Das betrifft etwa 30-40% der Frauen ab dem 50. Lebensjahr. Dadurch ist die Treffsicherheit der Mammographie bei diesen Frauen schlechter und bedarf einer erg\u00e4nzenden Untersuchung durch Ultraschall. Dies wird auch in den Leitlinien der wissenschaftlichen Fachgesellschaften empfohlen, in den USA ist es sogar gesetzlich vorgeschrieben (<a href=\"http:\/\/www.areyoudense.org\">www.areyoudense.org<\/a>), und in \u00d6sterreich wird die Ultraschalluntersuchung im Rahmen des Screenings bereits routinem\u00e4\u00dfig bei Frauen mit dichtem Brustgewebe durchgef\u00fchrt. Im bundesweiten Projekt in Deutschland ist dies aber nicht vorgesehen.<\/p>\n<p>Eine weitere Problematik im Screening ist, dass dies erst ab dem 50. Lebensjahr durchgef\u00fchrt wird. Aber ein Drittel der Brustkrebserkrankungen tritt bereits bei j\u00fcngeren Frauen auf. Da durch das Tasten meist erst gr\u00f6\u00dfere Knoten entdeckt werden, w\u00e4re auch hier der Ultraschall im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung zu empfehlen. Besonders dringend w\u00e4re dies bei Frauen mit erh\u00f6htem Erkrankungsrisiko.<\/p>\n<p>Von den Krankenkassen wird das aber nicht bezahlt. Daher bieten viele Frauen\u00e4rzte und Radiologen den Brustultraschall gegen extra Bezahlung an (IGEL=Individuelle Gesundheits-Leistung). Dies wird von den Krankenkassen heftig kritisiert, und der sogenannte IGEL-Monitor (ein Bewertungsportal der Krankenkassen) stuft den Nutzen der Ultraschalluntersuchung als \u201eunklar\u201c ein.<\/p>\n<p><strong>Fakten zur Untersuchung durch Brust Ultraschall:<\/strong> Zahlreiche internationale Studien haben bewiesen, dass die Entdeckung von Brustkrebs in fr\u00fchen Stadien vor allem bei jungen Frauen und dichtem Brustgewebe durch den Ultraschall deutlich gesteigert werden kann.<\/p>\n<p>Kritiker behaupten, dass durch den Ultraschall h\u00e4ufig falscher Alarm ausgel\u00f6st wird. &#8211; Die meisten Studien zeigen das aber nicht. Andere Kritiker behaupten, dass fr\u00fche Tumorstadien durch den Ultraschall nicht erkannt werden. \u2013 Die Studienergebnisse zeigen aber, dass die verbesserte Diagnostik vor allem Fr\u00fchstadien betrifft.<\/p>\n<p>Die aktuellen Leitlinien zur Fr\u00fcherkennung, die auf fundierten wissenschaftlichen Fakten basieren, unterstreichen die Notwendigkeit, die gesetzlich vorgeschriebene Fr\u00fcherkennung zu verbessern. Allerdings wird angemerkt, dass als Voraussetzung f\u00fcr die Ultraschalluntersuchung eine Qualit\u00e4tssicherung entsprechend den wissenschaftlichen Standards gefordert werden muss. Da dies jedoch Zeit nicht fl\u00e4chendeckend gew\u00e4hrleistet ist und die Gesundheitspolitik keine Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung der Qualit\u00e4tsstandards ergreift, ist eine bessere Fr\u00fcherkennung nur auf individueller Basis m\u00f6glich, nicht aber fl\u00e4chendeckend, wie das f\u00fcr den Einsatz im Screening n\u00f6tig w\u00e4re.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zum Autor<\/p>\n<p>Prof. Dr. Helmut Madjar war langj\u00e4hrig an der Universit\u00e4ts-Frauenklinik Freiburg und an der DKD Helios Klinik in Wiesbaden t\u00e4tig. Seit kurzem arbeitet er in der Frauenarztpraxis mit Dr. Seabert: An den Quellen 1 in Wiesbaden<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aktuelles zum Thema Brustkrebsfr\u00fcherkennung Reicht das Mammographie-Screening oder sollte es erg\u00e4nzt werden? Im Juni fand in Berlin eine Bundespressekonferenz \u00fcber die Brustdiagnostik statt, die ein gro\u00dfes Medienecho zur Folge hatte. 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