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Dysplasiesprechstunde

Die Dysplasiesprechstunde ist eine Spezialsprechstunde für Frauen mit Er­kran­kungen der:

  • Zervix (Ge­bär­mut­terhalses)
  • Portio (Muttermund)
  • Va­gi­na (Scheide)
  • Vulva (Scham­lippen)

Was sind Dysplasien?

Zell­ver­än­de­run­gen, die unter dem Mikroskop nach speziellen Färbetechniken zu sehen sind.

Wie können Dysplasien erkannt werden?

Bei der Vor­sor­geuntersuchung wird unter anderem ein Zellabstrich von der Muttermundoberfläche (oft „Pap-Abstrich“ ge­nannt) entnommen. Die Zel­len auf dem Abstrich wer­den angefärbt nach Zell­ver­än­de­run­gen untersucht.
Aufgabe der Dysplasiesprechstunde ist, die Dysplasieformen zu unterscheiden und je nach Form entspre­chende Kontrollen bzw. The­ra­pien einzuleiten.
Diese Un­ter­su­chung wurde von dem Arzt Papanicolaou entwickelt. Daher kommt auch die Abkürzung der PAP-Nomenklatur.

Das sind die unterscheidbaren Ergebnisse des Tests:

Pap-Klasse Bedeutung Weiteres Vorgehen
PAP I Unauffällige und unverdächtige Befunde Abstrich im Vorsorgeintervall
PAP II Befunde mit eingeschränkt protektiven Wert  
PAP II-a Unauffällige Befunde bei auffälliger Anamnese Ggf. zytologische Kontrolle nach 6 Monaten wegen auffälliger Anamnese
PAP II-p Plattenepithelzellen mit geringergradigen Kernveränderungen als bei CIN 1, auch mit koilozytärem Zytoplasma/Parakeratose Ggf. zytologische Kontrolle nach 6 Monaten unter Berücksichtigung von Anamnese und klinischem Befund
PAP II-g Zervikale Drüsenzellen mit Anomalien, die über das Spektrum reaktiver Veränderungen hinausreichen Ggf. zytologische Kontrolle nach 6 Monaten unter Berücksichtigung von Anamnese und klinischem Befund
PAP II-e Endometriumzellen bei Frauen > 40. Lebensjahr in der zweiten Zyklushälfte Klinische Kontrolle unter Berücksichtigung von Anamnese und klinischem Befund
PAP III Unklare bzw. zweifelhafte Befunde  
PAP III-p CIN 2 / CIN 3 / Plattenepithelkarzinom nicht auszuschließen Differentialkolposkopie, ggf. additive Methoden, evtl. kurzfristige zytologische Kontrolle nach Entzündungsbehandlung und / oder hormoneller Aufhellung
PAP III-g Ausgeprägte Atypien des Drüsenepithels, Adenocarcinoma in situ / invasives Adenokarzinom nicht auszuschließen Differentialkolposkopie, ggf. additive Methoden
PAP III-x Zweifelhafte Drüsenzellen ungewissen Ursprungs Weiterführende Diagnostik (zum Beispiel fraktionierte Abrasio; ggf. additive Methoden / Differentialkolposkopie)
PAP IIID

Zellbild einer leichten Dysplasie
analog CIN 1

Zytologische Kontrolle in sechs Monaten, bei Persistenz > ein Jahr: ggf. additive Methoden / Differentialkolposkopie
PAP IIID-1 Zellbild einer leichten Dysplasie
analog CIN 1
<td class="borderright">Zellbild einer leichten Dysplasie analog CIN 1</td>
<td>Zytologische Kontrolle in sechs Monaten, bei Persistenz &gt; ein Jahr: ggf. additive Methoden / Differentialkolposkopie</td>
PAP IIID-2 Zellbild einer mäßigen Dysplasie analog CIN 2 Zytologische Kontrolle in drei Monaten, bei Persistenz > sechs Monate: Differentialkolposkopie, ggf. additive Methoden
PAP IV Unmittelbare Vorstadien des Zervixkarzinoms Differentialkolposkopie und Therapie
PAP IV a-p Zellen einer schweren Dysplasie / eines Carcinoma in situ analog CIN 3  
PAP IV a-g Zellbild eines Adenocarcinoma in situ  
PAP IV b-p Zellbild einer CIN 3, Invasion nicht auszuschließen  
PAP IV b-g Zellbild eines Adenocarcinoma in situ, Invasion nicht auszuschließen  
PAP V Malignome Weiterführende Diagnostik mit Histologie und Therapie
PAP V-p Plattenepithelkarzinom  
PAP V-g Endozervikales Adenokarzinom  
PAP V-e Endometriales Adenokarzinom  
PAP V-x Andere Malignome, auch unklaren Ursprungs  

 

Ursache

Es ist nachgewiesen, dass eine Infektion mit HPV (Humane Papilloma Viren) ein wich­tiger Faktor für das Entstehen von Zell­ver­än­de­run­gen am Muttermund und das Auf­tre­ten von Ge­bär­mut­terhalskrebs ist!
In der überwiegenden Zahl der Fälle (bis zu 80 %) gelingt es dem kör­per­ei­ge­nen Immunsystem, das Virus zu eliminieren. Allerdings entwickeln ca. 10 bis 20 % der Frauen mit einer High Risk-Infektion und Verharren des Virus über 2 bis 3 Jahre eine Krebsvorstufe. Auch diese Vorstufen bilden sich oftmals spontan zurück. In 1 bis 2 % der Fälle muss bei langjährigem Verbleiben von High-Risk-Viren mit der Entstehung eines Ge­bär­mut­terhalskrebses gerechnet wer­den. Hier lässt sich dann in nahezu 100 % das Virus nachweisen.

HPV führt also nur in den wenigsten Fällen zu einer Krebsentstehung, ist aber Voraussetzung, dass Ge­bär­mut­terhalskrebs überhaupt entstehen kann!

Daher ist es ratsam, eine HPV-Infektion durch eine Impfung bereits im Vorfeld zu verhindern.